Auch Werkzeuge wie Accessibility Cloud können manuelle Tests nicht vollständig ersetzen. Qualitativ hochwertige Prüfungen der digitalen Barrierefreiheit beziehen Menschen mit ein. Die Beurteilung durch Expertinnen und Experten sowie Menschen aus den jeweiligen Zielgruppen bleibt deshalb ein wichtiger Bestandteil aussagekräftiger Tests.
Für die barrierefreie Gestaltung digitaler Angebote gelten unterschiedliche technische und rechtliche Anforderungen. Eine wichtige internationale Grundlage bilden die Web Content Accessibility Guidelines (WCAG). In Deutschland sind je nach Angebot und Organisation unter anderem die Barrierefreie-Informationstechnik-Verordnung (BITV), das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG) und die europäische Norm EN 301 549 relevant. Weitere Informationen finden Sie in unserem Beitrag Websites auf Barrierefreiheit testen.
Was ist aber mit bestehenden Websites, die bisher ohne ausreichenden Fokus auf Barrierefreiheit erstellt wurden? Der European Accessibility Act und das seit dem 28. Juni 2025 geltende Barrierefreiheitsstärkungsgesetz haben den Bedarf an geeigneten Testmöglichkeiten deutlich erhöht. Eine wertvolle Lösung bietet das schwedische Unternehmen Accessibility Cloud AB. Seit 2022 entwickelt das Unternehmen eine Plattform, mit der digitale Angebote anhand anerkannter Anforderungen geprüft werden können. Wir freuen uns, offizieller Partner zu sein, und stellen in diesem Beitrag einige Möglichkeiten vor.
Was ist Accessibility Cloud?
Accessibility Cloud ist eine umfassende Plattform zum Testen der digitalen Barrierefreiheit. Sie verbindet automatische und manuelle Prüfungen, Dokumententests, Monitoring und Funktionen zur strukturierten Auswertung der Ergebnisse. In unserem kurzen Demo-Video auf YouTube zeigen wir die ersten Funktionen in deutscher Sprache.
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Was ist Accessibility Cloud Lite?
Accessibility Cloud Lite ist ein kostenloses Bookmarklet für den Browser. Es lässt sich als Lesezeichen speichern und auf einer geöffneten Webseite starten. Das Werkzeug führt eine automatische Prüfung durch und hebt gefundene Probleme direkt auf der Seite hervor. Dafür sind weder eine Anmeldung noch die Installation eines zusätzlichen Programms erforderlich.
Das Bookmarklet ermöglicht einen schnellen ersten Eindruck. Ein positives Ergebnis bedeutet jedoch nicht automatisch, dass eine Webseite vollständig barrierefrei ist. Viele Anforderungen können nur manuell und unter Einbeziehung von Menschen zuverlässig beurteilt werden.
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Automatisches Testen auf Barrierefreiheit
Accessibility Cloud kombiniert Crawling-, Scan- und Analysefunktionen mit einer übersichtlichen Benutzeroberfläche.
Zu den Hauptvorteilen gehören:
- Gruppierung und Priorisierung gefundener Fehler auf der gesamten Website
- Hervorhebung betroffener Elemente direkt auf der Webseite
- automatische Erkennung neuer und behobener Fehler
- Filter nach Fehlern, Seiten, Rollen und Richtlinien
- Vergleich unterschiedlicher Scan-Ergebnisse
- Erkennung ähnlicher Vorkommnisse
- Übersicht der von einem Fehler betroffenen Seiten
- Lösungsvorschläge und kontextbezogenes Lernmaterial zu Anforderungen, Problemen und bewährten Vorgehensweisen
Manuelles Testen auf Barrierefreiheit
Accessibility Cloud bietet Funktionen für die strukturierte Durchführung und Dokumentation manueller Barrierefreiheitstests. Damit lassen sich automatisch gefundene Probleme mit den Ergebnissen menschlicher Prüfungen innerhalb einer gemeinsamen Plattform verbinden.
Zu den Hauptvorteilen gehören:
- Unterstützung mehrerer Richtlinien und Standards, darunter WCAG, EN 301 549, BITV, Section 508 und ADA
- Auswahl der für den festgelegten Prüfumfang anwendbaren Erfolgskriterien
- Markdown-Unterstützung für die Formatierung
- Export nach Excel, HTML und JSON sowie in die Excel-WCAG-Checkliste von Uutilsynet
- Import und Export von WCAG-EM-JSON-LD-Dateien
- Filterung nach Rollen
- Lernmaterial zur Prüfung einzelner Erfolgskriterien
- übersichtliche Dokumentation der Prüfergebnisse
Neben möglichen digitalen Barrieren kann Accessibility Cloud auch allgemeine Qualitätsprobleme erkennen:
- nicht erreichbare Seiten
- fehlerhafte Links
- falsche Internet Media Types (MIME-Typen)
Accessibility Cloud Companion: Manuelle Tests direkt im Browser
Mit Accessibility Cloud Companion steht eine kostenlose Browser-Erweiterung für geführte manuelle Barrierefreiheitstests zur Verfügung. Sie unterstützt Auditorinnen und Auditoren dabei, Webseiten direkt im Browser nach den Anforderungen der WCAG 2.2 zu prüfen. Companion erkennt die vorhandenen Komponenten einer Seite und stellt gezielt die Prüfschritte bereit, die für diese Elemente relevant sind.
Das ist besonders hilfreich bei Seiten und Anwendungen, die klassische Crawler nicht oder nur eingeschränkt erreichen. Dazu gehören lokale Entwicklungsumgebungen, geschützte Testsysteme, Inhalte hinter einem Login sowie mehrstufige Prozesse wie Formulare oder Checkouts. Da Companion innerhalb der aktiven Browser-Sitzung arbeitet, können auch solche Inhalte untersucht werden.
Zu den wichtigsten Funktionen gehören:
- geführte manuelle Prüfungen für unterschiedliche Komponenten
- automatische Vorbelegung eindeutig prüfbarer Ergebnisse
- Prüfung von Tastaturreihenfolge, Fokusdarstellung, Kontrasten, Reflow und Textvergrößerung
- automatische Erfassung von Screenshots und technischen Selektoren
- Übernahme von Ergebnissen für wiederkehrende Komponenten
- Simulation verschiedener Einschränkungen
- Übertragung der Prüfergebnisse in Accessibility Cloud
Companion kann beispielsweise wiederkehrende Navigationen, Fußbereiche oder andere Komponenten eines Designsystems erkennen. Eine Feststellung muss dadurch nicht auf jeder einzelnen Seite erneut dokumentiert werden. Betroffene Seiten werden stattdessen einem gemeinsamen Ergebnis zugeordnet. Das kann den Aufwand bei umfangreichen Websites erheblich reduzieren.
Die Browser-Erweiterung kann kostenlos und ohne Benutzerkonto verwendet werden. Ein Accessibility-Cloud-Konto wird benötigt, wenn Prüfergebnisse in die Plattform übernommen und dort zu einem Bericht weiterverarbeitet werden sollen. Weitere Informationen bietet die Herstellerseite zu Accessibility Cloud Companion.
ACAI: Künstliche Intelligenz für präzisere Barrierefreiheitstests
Mit ACAI (Accessibility Cloud Artificial Intelligence) bietet Accessibility Cloud eine neue Generation automatisierter Prüfverfahren für digitale Barrierefreiheit. Ziel ist es, die Grenzen klassischer regelbasierter Prüfwerkzeuge zu erweitern und mehr Anforderungen der WCAG automatisiert untersuchen zu können.
Im Gegensatz zu herkömmlichen Test-Engines setzt ACAI auf einen Multi-Engine-Ansatz. Dabei werden mehrere Technologien miteinander kombiniert:
- ACAI-AI für KI-gestützte Prüfungen
- ACAI-Engine als eigene regelbasierte Prüfkomponente
- axe-core
- QualWeb
Dadurch entsteht eine breitere Abdeckung von Barrierefreiheitsanforderungen als bei der ausschließlichen Nutzung einzelner Prüfwerkzeuge.
Besonders interessant ist dies für Organisationen, die Anforderungen des Barrierefreiheitsstärkungsgesetzes (BFSG), der WCAG 2.2 oder der EN 301 549 langfristig überwachen möchten.
Was ACAI erkennen kann
Ein wesentlicher Vorteil von ACAI besteht darin, dass die KI auch Probleme identifizieren kann, die klassische regelbasierte Prüfungen nur eingeschränkt erfassen.
Dazu gehören beispielsweise:
- irreführende Alternativtexte bei Bildern
- sprachliche Inkonsistenzen
- fehlende oder ungeeignete Beschriftungen von Formularfeldern
- kontextabhängige Probleme der Barrierefreiheit
- potenziell missverständliche Inhalte für Nutzerinnen und Nutzer von Screenreadern
Accessibility Cloud beschreibt ACAI nicht als Ersatz menschlicher Prüfungen, sondern als intelligente Unterstützung für Auditorinnen und Auditoren sowie Entwicklerinnen und Entwickler.
KI-gestützte Lösungsvorschläge
Neben der Fehlererkennung bietet ACAI automatisierte Hinweise zur Behebung gefundener Probleme. Die Plattform analysiert dabei den konkreten HTML-Code einer Webseite und kann passende Verbesserungsvorschläge erzeugen.
Ein Beispiel: Ein Eingabefeld besitzt keinen zugänglichen Namen. ACAI erkennt anhand des Kontexts, dass es sich um ein Suchfeld handelt, und empfiehlt die Ergänzung einer sichtbaren oder programmatisch verfügbaren Beschriftung.
Dadurch können Entwicklungs- und Redaktionsteams Barrieren schneller identifizieren und priorisieren. Die Vorschläge sollten vor der Umsetzung fachlich geprüft werden, weil der konkrete Nutzungskontext weiterhin entscheidend ist.
Skalierbares Monitoring für große Webauftritte
ACAI ist für umfangreiche digitale Angebote ausgelegt und unterstützt unter anderem:
- Webseiten
- geschützte Bereiche hinter Logins
- Dokumente
- Nutzerflüsse wie Login-, Checkout- oder Buchungsprozesse
Nach Angaben von Accessibility Cloud können mehrere tausend Seiten pro Stunde automatisiert analysiert werden. Gerade für Behörden, Banken, Unternehmen und öffentliche Stellen mit vielen digitalen Angeboten kann dies ein wichtiger Baustein für ein kontinuierliches Monitoring der Barrierefreiheit sein.
Mobile Apps automatisch auf Barrierefreiheit testen
Accessibility Cloud erweitert seine automatisierten Prüfungen auf mobile Anwendungen für iOS und Android. Veröffentlichte Apps können direkt aus dem Apple App Store oder Google Play hinzugefügt werden. Nach Angaben des Herstellers sind dafür weder der Zugriff auf den Quellcode noch die Integration eines Software Development Kits oder ein eigener Build der App erforderlich.
ACAI-mobile installiert die Anwendung auf realen Geräten, navigiert automatisiert durch erreichbare Bildschirmansichten und analysiert diese auf mögliche Barrieren. Dabei werden Screenshots und der jeweilige Bildschirmkontext ausgewertet. Zusätzlich kommen etablierte Prüftechnologien von Google und Apple zum Einsatz. Die gefundenen Probleme werden zusammen mit Lösungsvorschlägen, Lernmaterial und bewährten Vorgehensweisen in Accessibility Cloud bereitgestellt.
In der Standard Edition gelten für automatische App-Scans einige Einschränkungen. Die App muss über den schwedischen App Store oder Google Play verfügbar sein. Anwendungen, die Bildschirmaufnahmen verhindern, eine SIM-Karte voraussetzen oder strenge geografische Einschränkungen verwenden, können mit der öffentlichen Scanner-Infrastruktur nicht vollständig analysiert werden. Ohne hinterlegte Zugangsdaten werden zudem keine Inhalte hinter einem Login erreicht. Der automatische Scan umfasst in dieser Edition bis zu 15 Bildschirmansichten.
Die Enterprise Edition ermöglicht weitergehende Prüfungen. Dazu gehören Tests hinter Anmeldungen, individuell definierte Nutzerflüsse, die Prüfung wichtiger Interaktionen und Scans mit bis zu 100 Bildschirmansichten. Manuelle Prüfungen mobiler Apps bleiben nach Angaben des Herstellers in allen Editionen verfügbar.
Damit lassen sich Websites, Webanwendungen, Dokumente und mobile Apps zunehmend innerhalb einer gemeinsamen Plattform prüfen und überwachen. Weitere technische Einzelheiten finden Sie auf der Herstellerseite zum automatischen Testen mobiler Apps.
Sie möchten die Funktionen kennenlernen? Dann buchen Sie über die Seite Demo-Meeting bei Microsoft Teams eine erste Vorstellung der Software. Alternativ können Sie unser Kontaktformular verwenden. Wir melden uns zeitnah bei Ihnen.
Sie hatten bereits eine Demo und sind von der Kombination der Leistungen überzeugt? Dann wählen Sie auf der Seite Accessibility Cloud Preise und Abos das passende Modell aus.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was ist ACAI?
ACAI ist die KI-gestützte Prüftechnologie von Accessibility Cloud. Sie kombiniert künstliche Intelligenz, eigene Regelwerke sowie etablierte Prüf-Engines wie axe-core und QualWeb, um digitale Barrierefreiheit umfassender zu analysieren.
Welche Vorteile bietet ACAI gegenüber klassischen Accessibility-Tools?
ACAI kann zusätzlich zu regelbasierten Prüfungen auch kontextabhängige Barrieren erkennen, beispielsweise problematische Alternativtexte, ungeeignete Formularbeschriftungen oder sprachliche Inkonsistenzen.
Ersetzt ACAI manuelle Accessibility-Audits?
Nein. Accessibility Cloud versteht ACAI als Unterstützung für Expertinnen und Experten. Die Plattform beschleunigt Prüfprozesse und erhöht die automatisierte Abdeckung, ersetzt jedoch keine vollständige manuelle Bewertung.
Was ist Accessibility Cloud Companion?
Accessibility Cloud Companion ist eine kostenlose Browser-Erweiterung für geführte manuelle Barrierefreiheitstests. Sie erkennt die Komponenten einer geöffneten Webseite, stellt passende WCAG-Prüfschritte bereit und unterstützt bei der Dokumentation der Ergebnisse.
Kann Companion geschützte Bereiche und Testsysteme prüfen?
Ja. Companion arbeitet innerhalb der bestehenden Browser-Sitzung. Dadurch können auch lokale Entwicklungsumgebungen, Seiten hinter einem Login, über ein VPN erreichbare Systeme und mehrstufige Prozesse geprüft werden.
Kann Accessibility Cloud mobile Apps automatisch testen?
Ja. Veröffentlichte iOS- und Android-Apps können aus dem App Store oder Google Play übernommen und automatisiert auf mögliche Barrieren untersucht werden. Umfang und erreichbare Inhalte hängen von der gebuchten Edition sowie den technischen Eigenschaften der App ab.
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