Künstliche Intelligenz – Menschliche Kontrolle

Wie künstliche Intelligenz den Markt verändert

Der Einfluss Künstlicher Intelligenz hat die Medienbranche vor massive Veränderungen gestellt. Kundinnen und Kunden entscheiden sich für Angebote am Markt, die mit verlockenden Preisen und hoher Geschwindigkeit fortschrittlich erscheinen. Doch aus unserer Perspektive ist viel davon ein trauriger Hype. Die Erstellung von Content ist vermutlich einfacher und schneller denn je möglich. Scheinbar endlos werden Feeds von Social Media Plattformen mit neuem Content geflutet. Ganze Podcasts werden mit virtuellen Avataren produziert. Doch welchen Preis hat das?

Der Nachteil ist, dass Unternehmen mit ehrlichem Interesse für hohe Qualität unter Druck geraten. Am 28. Juni 2025 trat das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz in Kraft. Damit verbunden waren in der Branche große Erwartungen an einer rasanten Zunahme der Dienstleistungen rund um Barrierefreiheit. Bisher ist davon leider wenig zu spüren. Gleichzeitig schießen AI-Lösungen aus dem Boden und es hat so ein bisschen was von „Goldgräber-Stimmung“. Künstliche Intelligenz wird immer häufiger als neu erschienene „Wundersalbe“ genannt, um Websites barrierefrei zu machen. Viele Anbieter versprechen schnelle Ergebnisse aus automatischen Prüfungen, sofortigen Anpassungen, angeblich „100 % barrierefrei“.

Doch die Realität ist komplexer. Barrierefreiheit ist keine reine Technikfrage. Sie betrifft Menschen und deshalb braucht sie menschliche Kontrolle. KI kann Barrieren finden, aber nicht zuverlässig bewerten. KI-Tools sind hilfreich. Sie können zum Beispiel:

  • Farbkontraste messen
  • fehlende Alternativtexte erkennen
  • Überschriften-Strukturen prüfen
  • technische Fehler finden

Das spart Zeit und ist sinnvoll. Aber KI erkennt nicht, ob Inhalte verständlich sind. KI versteht nicht, wie sich eine Website für echte Nutzerinnen und Nutzer anfühlt. KI kann nicht beurteilen, ob Informationen logisch, klar und zugänglich sind. Gerade bei Digitaler Barrierefreiheit ist das entscheidend.

Was Barrierefreiheit wirklich bedeutet

Barrierefreiheit bedeutet echte Nutzung und manuelle Bedienung zur Erstellung von Prüfberichten. Dann können zum Beispiel Fehler in der Tastaturnavigation entdeckt werden. Eine Website gilt nicht als barrierefrei, nur weil ein Tool „grün“ anzeigt. Sie ist barrierefrei, wenn Menschen sie selbstständig nutzen können.

Das ist der Fall:

  • wenn Texte verständlich geschrieben sind
  • wenn Navigation logisch aufgebaut ist
  • wenn Formulare ohne Hürden funktionieren
  • wenn Inhalte auch mit Hilfsmitteln gut bedienbar sind

Das kann keine KI allein sicherstellen.

Was die Künstliche Intelligenz dazu sagt

Folgender Prompt wurde an ChatGPT gesendet: „Gibt es einen KI-Prompt der aus menschlicher und technischer Sicht 100% Barrierefreiheit sicherstellt? Falls die Antwort Nein lautet, ab wann wird das möglich sein?“

Die Antwort lautete „Kurzfassung vorab: Nein. Einen KI-Prompt, der aus menschlicher und technischer Sicht 100 % Barrierefreiheit sicherstellt, gibt es derzeit nicht und er ist auch absehbar nicht realistisch. Ein KI-Prompt kann:

  • Regeln abfragen
  • Muster erkennen
  • Texte umformulieren
  • technische Kriterien prüfen

Aber Barrierefreiheit umfasst mehr als Regeln:

  • Verstehen von Inhalten
  • Einschätzung von Nutzungssituationen
  • Bewertung von Sinn, Klarheit und Relevanz
  • Abwägung zwischen Zielgruppen

Diese Punkte sind kontextabhängig und menschlich geprägt. Außerdem kann ein Prompt keine Verantwortung übernehmen.“

Das Problem: Schein-Barrierefreiheit

Immer öfter sehen wir KI-Scans ohne echte Umsetzung. Gleichzeitig kommen ständig neue Overlay-Anbieter um die Ecke. Dabei ist es mehrheitlich und wissenschaftlich belegt, dass diese Funktionen nicht den Mehrwert bringen, den sie suggerieren. Näheres dazu im Artikel Overlays machen Websites nicht barrierefrei in diesem Blog. Dazu kann in 2 Stichpunkten gesagt werden:

  • automatische Overlays überdecken Probleme
  • KI generierte Berichte sind rechtlich nicht belastbar

Das traurige Ergebnis ist, dass Menschen mit Behinderungen weiter auf Barrieren stoßen. Website-Betreiber fühlen sich fälschlich sicher und rechtliche Risiken bleiben bestehen. Barrierefreiheit wird dann nur gespielt, nicht gelebt.

Warum menschliche Kontrolle unverzichtbar ist

Barrierefreiheit betrifft sehr unterschiedliche Menschen:

  • blinde und sehbehinderte Menschen
  • gehörlose Menschen
  • Menschen mit Lernschwierigkeiten
  • Menschen mit motorischen Einschränkungen

Hinweis: Weitere Quellen lesen Sie auch auf der Seite zur Beschreibung der Leistungen unter Barrierefreies Webdesign auf dieser Website.

Diese Vielfalt kann keine KI vollständig abbilden. Deshalb gilt: KI darf unterstützen – die Verantwortung liegt beim Menschen. Ein bewährter Ansatz ist „Human in the Loop“. Die ausführliche Definition lesen Sie im Artikel Human in the loop bei Wikipedia.

Das bedeutet:

  1. KI hilft bei der Analyse
  2. Menschen prüfen die Ergebnisse
  3. Menschen entscheiden über Maßnahmen

So entsteht Qualität – und keine Scheinlösung.

Wie distriko Barrierefreiheit versteht

Für uns als Remote-Agentur ist Barrierefreiheit kein Zusatz und kein Tool-Abo. Sie ist Teil von Qualität, Verantwortung und guter Nutzererfahrung. Das setzen wir auch bei der Zusammenarbeit mit Partnerinnen und Partnern voraus.

Unser Ansatz:

  • Kombination aus automatischen Tests und manueller Prüfung
  • Fokus auf verständliche Inhalte und klare Strukturen
  • Orientierung an WCAG, BITV und realer Nutzung
  • ehrliche Einschätzung statt falscher Versprechen

Hinweis: Mögliche Preise zu einer Begleitung finden Sie unter Accessibility Cloud Abo-Preise und erste, statische Einschätzungen erhalten Sie in einem Website-Audit

Fazit: Künstliche Intelligenz ist ein wertvolles Werkzeug für Barrierefreiheit. Ohne menschliche Kontrolle bleibt sie unvollständig. Echte Barrierefreiheit entsteht nur, wenn Technik sinnvoll eingesetzt wird und Menschen Verantwortung übernehmen.

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